NATUR

W0 es summt - blüht das LEBEN

Wie aus unserem Garten ein Lebensraum für Bienen & Co. wird

Ein Zuhause für
Bienen & Co.

Ein Garten kann viel mehr sein als ein schöner Platz für uns Menschen. Er kann Nahrung, Rückzugsort, Kinderstube und Lebensraum für eine erstaunliche Vielfalt an Tieren sein.

Und das Schöne daran: Ein naturnaher Garten muss weder groß noch perfekt sein.

Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die einen Unterschied machen – ein blühender Kräutertopf, eine wilde Ecke, stehen gelassene Pflanzenstängel, eine geeignete offene Bodenstelle oder ein Stück Totholz.

Bienen entdecken → verstehen, was sie brauchen → im eigenen Garten etwas dafür tun.

Genau dazu möchte ich euch auf dieser Seite einladen.

TRAINERS

Warum ich dieses Wissen mit euch teile

Warum mache ich mir eigentlich die Mühe, all diese Informationen zusammenzutragen und für euch aufzubereiten?

Ganz einfach: Weil mich dieses Thema selbst begeistert.

Bei meinen Recherchen und durch die Beschäftigung mit der Bienenhaltung habe ich immer wieder Neues entdeckt. Vieles davon hat mir geholfen, Zusammenhänge besser zu verstehen – und manches hat auch meine eigene Sicht auf einen „schönen“ Garten verändert.

Denn ein Garten, der für uns ordentlich und gepflegt aussieht, ist nicht automatisch ein guter Lebensraum für Bienen und andere Tiere.

Und je mehr ich mich mit Honigbienen beschäftigt habe, desto interessanter wurden auch ihre wilden Verwandten und die vielen anderen Bewohner unserer Gärten.

Dieses Wissen möchte ich nicht für mich behalten.

Vielleicht entdeckt auch ihr hier die eine oder andere Anregung, betrachtet euren Garten danach mit etwas anderen Augen oder bekommt Lust, selbst eine kleine Veränderung auszuprobieren.

Es geht nicht darum, dass jeder Garten perfekt sein muss. Es geht darum, der Natur wieder ein kleines Stück mehr Raum zu geben.

Bienen entdecken

Wenn wir „Biene“ hören, denken viele zunächst an die Honigbiene.

Dabei sind in Österreich knapp 700 Bienenarten nachgewiesen. Die Honigbiene ist nur eine davon.

Zu ihren wilden Verwandten gehören beispielsweise Hummeln, Sandbienen, Mauerbienen, Furchenbienen, Maskenbienen und Holzbienen.

Sie unterscheiden sich nicht nur in Größe und Aussehen. Auch ihre Lebensweisen und Ansprüche können erstaunlich unterschiedlich sein.

„Die Biene“ gibt es also eigentlich gar nicht.

Manche Wildbienen legen ihre Nester selbst im Boden an.

Andere nutzen vorhandene Hohlräume wie Käferfraßgänge in Totholz.

Wieder andere benötigen markhaltige Pflanzenstängel oder morsches Holz.

Auch Hummeln gehören zu den Wildbienen. Ihre begatteten Jungköniginnen überwintern je nach Art beispielsweise in selbst gegrabenen Erdlöchern oder anderen geschützten, oft unterirdischen Quartieren.

💡Schon gewusst?

Bei Nisthilfen denken viele sofort an das bekannte „Insektenhotel“.

Solche Nisthilfen können einigen Arten tatsächlich helfen – beispielsweise verschiedenen Mauer-, Scheren-, Löcher- oder Maskenbienen.

Für den Großteil der Wildbienen sind sie jedoch nicht die passende Wohnung.

Viele Wildbienen nisten im Boden.

Andere benötigen Totholz, markhaltige Pflanzenstängel oder ganz andere natürliche Strukturen.

Deshalb gilt:

Ein vielfältiger Lebensraum ist wichtiger als ein großes Insektenhotel.

Was brauchen Bienen eigentlich?

Trotz der großen Vielfalt lassen sich drei grundlegende Bedürfnisse nennen:

1.
Nahrung

Bienen benötigen Blüten, die ihnen Nektar und/oder Pollen bieten.


Wichtig ist dabei nicht nur eine große Blütenfülle im Frühling.


Ideal ist ein Garten, in dem vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst immer wieder geeignete Pflanzen blühen.

2. Nistmöglichkeiten

Nahrung alleine reicht nicht.

Wildbienen benötigen geeignete Plätze, an denen sie ihren Nachwuchs entwickeln können.

Je nach Art können das beispielsweise sein:

• offene oder nur spärlich bewachsene Bodenstellen
• Käferfraßgänge und andere vorhandene Hohlräume
• hohle oder markhaltige Pflanzenstängel
• morsches oder abgestorbenes Holz
• weitere natürliche Kleinstrukturen

Wichtig ist dabei auch:

Nahrung und Nistplatz sollten möglichst nicht weit voneinander entfernt sein.

3.
Einen vielfältigen Lebensraum

Wildbienen profitieren von einem Mosaik unterschiedlicher Strukturen.


Blütenreiche Bereiche, heimische bzw. standortgerechte Pflanzen, offene Bodenstellen, Totholz, alte Pflanzenstängel, Naturwiesen, Gehölze und wilde Ecken können gemeinsam einen wertvollen Lebensraum bilden.


Und manchmal hilft der Natur gerade das, was weniger Arbeit macht:


weniger mähen · weniger aufräumen · mehr beobachten · mehr blühen lassen

Das Bienenbuffet – von Februar bis Oktober

Ein Garten kann im Mai voller Blüten sein und einige Wochen später trotzdem nur noch wenig Nahrung für Bienen bieten.

Deshalb ist nicht nur entscheidend, wie viel, sondern auch wann etwas blüht.

Unser Ziel:

Vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst sollte möglichst immer irgendwo etwas blühen.

Zum Herunterladen einfach anklicken.

Macht den
Blüten-Check

Geht einmal durch euren Garten und fragt euch:


Was blüht bei uns im März?


Was finden Bienen im Juli und August?


Und gibt es im September oder Oktober noch Nahrung?


Entdeckt ihr einen längeren Zeitraum mit kaum vorhandenen Blüten, habt ihr bereits einen guten Ansatzpunkt für die nächste Pflanzung gefunden.


Die Idee dahinter:


Nicht möglichst viele Blüten gleichzeitig – sondern ein vielfältiges Angebot über eine möglichst lange Zeit.

Blüte ist nicht gleich Blüte

Eine wunderschöne Blüte ist nicht automatisch eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten.

Bei stark gefüllten Zuchtformen können Staubblätter zu zusätzlichen Blütenblättern umgebildet sein. Dadurch kann das Angebot an Pollen geringer sein oder die Nahrung ist für Insekten schwer erreichbar.

Ungefüllte und gut zugängliche Blüten sind deshalb häufig die bessere Wahl.

Bei Wildbienen kommt noch etwas hinzu:

Nicht jede Wildbiene nutzt jede Pflanze gleichermaßen. Manche Arten sind bei ihren Pollenquellen stärker spezialisiert.

Deshalb ist Vielfalt so wichtig.

Bevorzugt, wo es zum Standort passt, heimische und ökologisch wertvolle Pflanzen und kombiniert unterschiedliche Blütenformen und Blütezeiten.

5 Dinge, die ihr sofort für Bienen tun könnt

Ihr müsst euren Garten nicht komplett umgestalten. Beginnt mit einem Punkt.

Nicht nur Nahrung – Lebensraum!

Das ist einer der wichtigsten Gedanken dieser Seite:


Wildbienen brauchen Nahrung UND geeignete Nistplätze.


Ein Garten kann deshalb besonders wertvoll werden, wenn unterschiedliche Lebensräume und Strukturen nebeneinander vorkommen:

Nicht jedes Element hilft jeder Tierart.

Genau deshalb ist Vielfalt so wertvoll.

Gut gemeint – aber nicht immer bienenfreundlich

 

„Ich habe doch ein Insektenhotel.“

Sehr gut – aber eine Nisthilfe alleine macht noch keinen bienenfreundlichen Garten.

Nahrung und natürliche Niststrukturen sind mindestens genauso wichtig.

Nur im Frühling viele Blüten anbieten

Nach der großen Frühjahrsblüte können Nahrungslücken entstehen.

Deshalb auch an Sommer und Herbst denken.

Nur gefüllte Zierblüten pflanzen

Bei stark gefüllten Blüten können Pollen fehlen oder Nektar und Pollen schlecht erreichbar sein.

Jeden offenen Boden abdecken

Damit können Nistmöglichkeiten bodennistender Wildbienen verloren gehen.

Im Herbst alles abschneiden

Abgestorbene Pflanzenstängel können Entwicklungs- und Überwinterungsplätze beherbergen.

Den Garten möglichst „sauber“ halten

Ein Asthaufen, Totholz, alte Pflanzenstängel oder eine wilde Ecke mögen für uns unordentlich wirken.

Für Tiere können sie wertvoller Lebensraum sein.

Wer könnte bei euch einziehen?

Mauerbienen

Einige Mauerbienenarten nutzen vorhandene Hohlräume und gehören zu den typischen Bewohnern gut gebauter Wildbienennisthilfen.

Das könnt ihr tun:

Sauber gearbeitete Nisthilfen mit geeigneten Hohlräumen anbieten und gleichzeitig für ein gutes Blütenangebot in der Umgebung sorgen.

Bodennistende Wildbienen

Ein sehr wichtiger Punkt, der in vielen Gärten übersehen wird:

Viele Wildbienen nisten im Boden.

Geeignete offene, sonnige und möglichst ungestörte Bodenstellen können deshalb ausgesprochen wertvoll sein.

Das könnt ihr tun:

Nicht jeden Quadratmeter mit Rasen, Pflanzen, Folie, Mulch oder Schotter abdecken. Wo die Standortbedingungen passen, können kleine offene Bodenbereiche erhalten oder geschaffen werden.

Holzbienen

Die große Blaue Holzbiene gehört zu unseren auffälligsten Wildbienen.

Sie nagt ihre Niströhren selbst in geeignetes morsches Holz.

Das könnt ihr tun:

Stärkeres abgestorbenes oder morsches Holz an geeigneten und sicheren Stellen im Garten erhalten.

Hummeln

Auch Hummeln gehören zu den Wildbienen.

In Österreich sind aktuell 41 Hummelarten nachgewiesen.

Hummeln sind wichtige Bestäuber und einige Arten sind bereits früh im Jahr unterwegs.

Das könnt ihr tun:

Ein vielfältiges und lang anhaltendes Blütenangebot schaffen und geschützte, möglichst ungestörte Bereiche im Garten erhalten.

Wie naturnah ist euer Garten?

 

Der kleine Bee-Rhapsody-Gartencheck

Die drei Grundlagen

☐ keine chemisch-synthetischen Pestizide
☐ keine chemisch-synthetischen Düngemittel
☐ torffreie Erde

Vielfalt im Garten

☐ vom Frühjahr bis in den Herbst blüht möglichst immer etwas
☐ heimische bzw. ökologisch wertvolle Pflanzen sind vorhanden
☐ es gibt unterschiedliche Blütenformen
☐ heimische Gehölze oder Naturhecken bieten zusätzliche Strukturen

Lebensräume

☐ es gibt eine wilde Ecke
☐ Totholz darf an geeigneten Stellen bleiben
☐ geeignete offene Bodenstellen sind vorhanden
☐ Pflanzenstängel dürfen teilweise über den Winter stehen bleiben
☐ Laub, Ast- oder Steinhaufen dürfen an geeigneten Stellen bleiben
☐ Regenwasser wird genutzt bzw. Wasser naturnah bewirtschaftet

Wie viele Häkchen schafft euer Garten?

Keine Sorge, wenn noch nicht überall ein Häkchen steht.

Ein Naturgarten entsteht Schritt für Schritt.

Sucht euch vielleicht einen einzigen Punkt aus, den ihr als Nächstes umsetzen möchtet.

Dann hat dieser Gartencheck bereits seinen Zweck erfüllt.

Kein Garten? Kein Problem.

Auch ein Balkon oder eine Terrasse kann Nahrung für Insekten bieten.

Geeignete Blühpflanzen in Töpfen und Balkonkästen können einen kleinen Beitrag leisten.

Und ein besonders einfacher Tipp:

Lasst einige Küchenkräuter blühen.

Thymian, Oregano oder Schnittlauch können nach der Blüte nicht nur schön aussehen, sondern auch von Insekten besucht werden.

Auch hier gilt:

Lieber mehrere unterschiedliche Blütezeiten als alles gleichzeitig.

Euer kleines Projekt:
Macht einen Quadratmeter wilder

Sucht euch eine kleine Fläche im Garten aus.

Dort wird nicht ständig gemäht, geschnitten und aufgeräumt.

Beobachtet:

Welche Pflanzen erscheinen?

Welche Insekten kommen?

Was verändert sich im Laufe des Jahres?

Je nach Standort könnt ihr die Fläche mit geeigneten heimischen Pflanzen ergänzen oder in der Nähe natürliche Strukturen erhalten.

Und dann macht ihr etwas, das wir im Garten manchmal vergessen:

beobachten.

Denn ein Naturgarten ist nicht nur ein Garten, den wir gestalten.

Er ist ein Garten, in dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Die Natur mit anderen Augen sehen
Jeder Garten zählt

Niemand muss seinen Garten von heute auf morgen vollständig verändern.

Vielleicht beginnt es mit einem blühenden Kräutertopf.

Mit einer Ecke, die seltener gemäht wird.

Mit einem Stück Totholz.

Mit einer heimischen Wildstaude.

Oder einfach damit, beim nächsten Spaziergang durch den Garten etwas genauer hinzusehen.

Wer Bienen beobachtet, beginnt zu erkennen, wie unterschiedlich ihre Bedürfnisse sind.

Und wer ihre Bedürfnisse kennt, betrachtet auch den eigenen Garten mit anderen Augen.

Bienen entdecken.

Verstehen, was sie brauchen.

Und im eigenen Garten etwas dafür tun.

Betrachtet diese Seite bitte als Auszug, der nicht Vollständig sein kann. Es handelt sich lediglich aus zusammen getragener Information, die mir wichtig erscheinen, ohne Gewehr auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Grüße Jürgen

Du bist auf der Suche nach weiteren Tipps ?

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Unten findest du zwei Links zu unserem persönlichen Lieblingskanal von Markus Burkhard. Hier kannst du die besten Gartenideen und Tipps für einen naturnahen und insektenfreundlichen Garten entdecken. SEHR Empfehlenswert!!